Rom

Durch den gezielten Einsatz der Stadtverwaltung ist Rom in den letzten Jahren viel zugänglicher geworden. Da im heiligen Jahr 2000 sehr viele Menschen mit speziellen Anforderungen auf Grund ihres Alters oder anderer besonderer Bedingungen, wie motorische, sensorische oder psychische Behinderung in Rom erwartet wurden, sind fast alle bekannten Sehenswürdigkeiten behindertengerecht ausgestattet und leichter zu besuchen.

Der Verein COINSOCIALE haben ROMA ACCESSIBILE, ein Tourismusführer für Menschen mit Behinderung, herausgegeben, welcher bei "Sportello informativo turistico per persone con bisogni speciali", Via Enrico Giglioli 54/A c.a.p. 00169 Roma erhältlich ist.

Außerdem kann er unter der Telefonnummer +39 / 06 / 232 675 - 045 bzw. Fax: ...-82 sowie per e@mail bei www.coinsociale.it angefordert werden. Weitere Informationen finden Sie bei www.comune.roma.it.

Der viersprachige Romführer informiert ausführlich über behindertengerechte Hotels, Restaurants, Geschäfte, Sehenswürdigkeiten und Museen, Freizeitgestaltungsmöglichkeiten und Dienstleistungen.

Bei unserem Rombesuch haben wir folgende Sehenswürdigkeiten als behindertengerecht eingestuft:

Der Petersdom
Hier ist momentan nur der Eingang auf der linken Seite des Doms zugänglich. Im Inneren der Basilika ist es möglich alles bis auf die Grotte mit den Pabstgräbern vollständig zu besichtigen. Mit einem großen Aufzug erreicht man die Terrasse am Fuß der Kuppel, von welcher man einen einmaligen Blick auf den Petersplatz und die Engelsburg hat. Auf der Terrasse befinden sich auch zugängliche Toiletten.

Die Vatikanischen Museen
Der Eingang liegt im Viale Vaticano und ist über eine Rampe auf der rechten Eingangsseite zugänglich. Hier gibt es auch Behindertenparkplätze. Im Innenhof gibt es zwei große Aufzüge zur ersten Etage.

Für blinde oder sehbehinderte Besucher wird eine Tastführung angeboten. Dafür muss man sich jedoch mindesten 48 Stunden vorher unter der Telefonnummer +39 / 06 / 6988 - 4947 bzw. Fax ...-1573 anmelden. Das nicht für die allgemeine Öffentlichkeit zugängliche Museum Gregoriano Profano ist speziell für solche Tastführungen vorgesehen.

Behindertentoiletten befinden sich beim Eingang des Museums. Auf Bestellung, jedoch mindestens einen Tag im Voraus, werden auch Rollstühle unter der Telefonnummer 0039 / 06 / 69 88 38 60 zur Verfügung gestellt.

Die Engelsburg
Die Engelsburg ist nur teilweise für Menschen mit körperlicher Behinderung zu besichtigen. Die Burg ist mit einem Treppenlifter ins Untergeschoss und einen für behinderte Menschen reservierten Aufzug in das erste und zweite Stockwerk ausgestattet. Der Engelshof und die Terrasse sind nicht zugänglich (Stufen). Bei Anmeldung werden Tastführungen für blinde und sehbehinderte Menschen angeboten.

Der Weg vom Trevi Brunnen zum Pantheon
Besonders bemerkenswert ist die Strecke nicht nur wegen ihres historischen und architektonischen Hintergrunds, sondern vor allem durch die Ausstattung mit einem elektronischen Leitsystem für blinde und sehbehinderte Menschen.

Beginnend an der südwestlichen Seite des Trevi-Brunnens führt sie über die Via di Muratte bis zur Kreuzung mit Via del Corso mit einer akustischen Ampel. Die Strecke geht weiter über die Via di Pietra bis zum gleichnamigen Platz und endet beim Pantheon.

Das Orientierungssystem besteht aus einem elektromagnetischem Führer, eine Art elektronischer Handlauf. Das im Pflaster verborgene System sendet Signale, die von einem speziell ausgerüsteten Blindenstock empfangen werden können. Eine am Stock befestigte Vorrichtung erzeugt Vibrationen, die am Stockriff zu fühlen sind und sich, je näher man sich dem Leitsystem befindet, dementsprechend verstärken. Hinzu kommen Stimmsignale, die Hinweise über die jeweilige Richtung und Charakteristika der Strecke geben.

Die architektonischen Eigenschaften des Weges erlauben auch die Begehung und Befahrung durch Personen mit motorischer Behinderung. Besonders die Strecke zwischen Via di Pietra und Via dei Pastini wurde letztlich mit einem durchgängigen Straßenbelag ausgerüstet, der über den ganzen Verlauf ausgezeichnete Fahreigenschaften aufweist.

Die Kapitolinischen Museen
Der Haupteingang vom Kapitolsplatz ist nicht zugänglich. Es sind aber zwei zugängliche Nebeneingänge benutzbar. Der Eingang liegt in der Via Tempio di Giove (Portico del Vignola) mit Behindertenparkplätzen in Rampennähe. Von hier aus ist es mit geeignet großen Aufzügen möglich in den Hof der Konservatoren und in die Pinakothek zu fahren. Der zweite Eingang liegt beim Piazza Caffarelli mit einer Zugangsrampe. Von hier aus ist es möglich die vier Stockwerke zu erreichen und zu den Konservatorenräumen zu gelangen. In jedem Stockwerk befinden sich Behindertentoiletten.

Für blinde Menschen sind Informationstafeln in Braille angebracht. In Zusammenarbeit mit qualifizierten Vereinen werden auch Tastführungen angeboten.

Colosseum
Das Flavianische Amphitheater ist wohl eins der bekanntesten Monumente der Welt; es repräsentiert, wie kein anderes, das Rom der Imperatoren. Auch wer sich nur kurz in Rom aufhält, sollte es besichtigt haben. Das Bauwerk wurde 72 A.D. von Vespanianus begonnen und im Jahr 80 mit Spielen und Veranstaltungen eingeweiht, die zehn Tage andauerten. Berechnungen haben ergeben, dass das Colosseum für insgesamt ca. 45.000 Besucher Platz bot.

Leider gibt es außerordentlich viele bauliche Hindernisse. Dennoch ist es auch für Menschen mit Behinderung möglich dieses faszinierende Dokument der Antike teilweise zu besichtigen.

Mit dem Taxi oder dem Privatauto mit Ausweis kommt man von der Via di S. Gregorio über die Via Celio Vibenna, am schönen Konstantinsbogen vorbei, direkt an die Südseite. An dieser Seite liegen auch der Eingang und die Kassa. Der Behinderteneingang ohne Drehkreuz ist neben der Kassa, wo sich vom Personal leicht zu öffnende Sperren befinden. Nur einige Meter nach dem Eingang, ohne Hindernisse wie Stufen bewältigen zu müssen, ist die Arena des Amphitheaters zu erreichen. Von hier aus hat man einen wunderbaren Einblick in dieses eindrucksvolle, fast 2000 Jahre alte Monument. Eine zugängliche kostenpflichtige Toilette befindet sich unter der Treppe, die zum Piazza del Colosseo in Richtung San Giovanni führt.

Palatin
Der archäologische Park des Palatins, eine der wichtigsten Ausgrabungsstätten der Welt, erstreckt sich über den gleichnamigen römischen Hügel, auf dem die Stadtgründung stattgefunden hat. In der republikanischen Periode war er der bevorzugte Wohnort des Adels und der politischen Führer. Erst in der Zeit des Domitians Settimius Severus wurde der Hügel zu einem eindrucksvollen monumentalen Komplex. Die archäologische Superintendenz der Stadt Rom stellt für gehbehinderte Besucher zwei einsitzige Elektroscooter zur Verfügung, um sich leichter auf dem Gelände fortbewegen zu können.

Der Gebrauch der Scooter unterliegt strengen Regeln:
Nach Kauf der Eintrittskarten an einer der drei Kassen in Largo Romolo e Remo, Arco di Tito oder Via San Gregorio können Besucher mit Behindertenausweis zum zugänglichen Eingang in Via di S. Bonaventura 4 fahren. Anmeldungen müssen mindestens 7 Tage vorher unter der Telefonnummer (+39) 06 / 6990110 oder unter der Faxnummer (+39) / 06 / 6787689 vorgenommen werden. Der Gebrauch ist kostenlos und kann mittwochs und samstags von 10 bis 12 Uhr in Anspruch genommen werden. Am Eingang muss der Besucher eine Haftungsfreistellung unterschreiben und erhält zusammen mit einem Routenplan einen Elektroscooter, der zu einem bestimmten Zeitpunkt wieder abzugeben ist.

Piazza Navona
Der Piazza Navona ist das urbanistisch charakteristischste Beispiel des barocken Roms. Der Platz erstreckt sich in Form eines langen Rechtecks über 240 mal 65 Meter und wurde auf dem antiken Stadium Domitians erbaut, das teilweise heute noch sichtbar ist. In der Mitte befindet sich der eindrucksvolle "Brunnen der Flüsse", ein Meisterwerk Gian Lorenzo Bernini's von 1651. Auf der westlichen Seite des Platzes ist die dynamische Fassade von S. Agnese in Agone mit ihren harmonischen Linien, von Francesco Borromini erbaut, zu sehen. Der Platz ist Fußgängerzone, hat aber Behindertenparkplätze in den anliegenden Straßen:

Corso Rinascimento (3)
Piazza S. Apollinare (1)
Via dell' Anima (3)
Piazza della Cancelleria (1)

Um zur Platzmitte mit den drei monumentalen Brunnen zu gelangen, muss ein Bordstein von ca. 18 cm Höhe überquert werden. Zahlreiche Bänke, die Brunnenränder und viele Cafés und Restaurants mit ihren Tischen im Freien laden dazu ein, die einzigartige Atmosphäre dieses schönen römischen Platzes in ganz besonderer Weise zu erleben. Wenn man durch die Via S. Agnese in Agone und die Via di Tor Millina geht, kann man an der Ecke zur Via della Pace in dem antiken und leicht zugänglichen "Café della Pace" eine erholsame Pause einlegen.

Villa Borghese
In diesem größten und bekanntesten römischen Stadtpark befinden sich zahlreiche Gebäude und Anlagen von künstlerischem Interesse. Besonders erwähnenswert sind hier das erst kürzlich wieder für Besucher geöffnete Museum und die Galerie der Borghese, das Museo Canonica, der Piazzale del Pincio mit seiner großartigen Aussicht auf die Piazza del Popolo und der Bioparco (bisher zoologischer Garten).

Der Park ist nur teilweise befahrbar und einige Bereiche mit dem Auto nur mit Behindertenausweis erreichbar. Wenn man am Piazzale Paola Borghese parkt, kommt man über einen teilweise asphaltierten Kiesweg an einen reizvollen kleinen See (Laghetto), wo entlang der Wege zahlreiche Bänke zur Verfügung stehen. In der Nähe des Laghettos, auf dem Viale dell' Aranciera, laden die im Freien stehenden Tische des Cafés "Casina del Lago" zu einer gemütlichen Pause ein.

Gegenüber befinden sich zugängliche Toiletten und zwei ebenfalls zugängliche öffentliche Fernsprecher. Die für den Verkehr geschlossenen Hauptwege sind asphaltiert; die anderen Wege sind aus Erde, Kies oder Gras und weisen meist Unebenheiten auf.

Für nähere Informationen über einen angenehmen Romurlaub stehen wir Ihnen gerne zur Verfügung.